Unsere Presseerklärung zum 2. Runden Tisch

Reaktion auf Artikel in der WN, 25.1.2020 „Rieselfelder: Coermühle als Einbahnstraße. Gutachten soll Auswirkung klären“

Die Bürgerinitiative zum Schutz der Rieselfelder hat die Einberufung eines Runden Tisches Rieselfelder zur Lösung der Verkehrsproblematik in den Rieselfeldern sehr begrüßt und unterstützt auch das Ansinnen der Stadtverwaltung, möglichst leicht, zeitnah und kostengünstig umsetzbare Maßnahmen zunächst in einer Art „Verkehrsversuch“ zu erproben.

Das jetzt durch die Verwaltung der Stadt Münster am „Runden Tisch Rieselfelder“ erarbeitete und als mögliche Konsenslösung deklarierte Konzept zur Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) stellt aus Sicht der BI jedoch nur eine erste Minimallösung dar, die von der BI nicht vorbehaltlos und ohne weitere Ergänzungen mitgetragen wird. Dies wurde von den Vertretern der BI auch so am Runden Tisch und auch bereits im Nachgang zur ersten Sitzung des Runden Tisches artikuliert, denn durch dieses Konzept wird lediglich der von Süden über die Straße Coermühle in die Rieselfelder kommende Verkehr unterbunden. Die insbesondere in den werktäglichen Morgenstunden über Gelmer und Sprakel kommenden und im Vergleich zu den Nachmittagsstunden stärkeren Pendlerströme werden durch die von der Stadtverwaltung eingebrachte Variante nicht reduziert. Die BI hat auch wiederholt betont, dass sie durch die ausschließliche Durchfahrungsmöglichkeit der Coermühle aus Richtung Norden eine erhebliche Zunahme der Raserei auf dem dann von Gegenverkehr befreiten Straßenabschnitt erwartet. Ebenfalls wird bei Umsetzung der durch die Verwaltung  favorisierten Variante eine Unfallhäufung durch plötzlich auftretenden Gegenverkehr im Kreuzungsbereich Coermühle/Wöstebach befürchtet.

Die von der Verwaltung ergänzend eingebrachte einseitige Sperrung des Hessenwegs in Richtung Sprakel (bis zur Kreuzung Coerheide/Hessenweg) führt zu einer für das Vogelschutzgebiet schädlichen Umlenkung des Verkehrs über die Coerheide. Außerdem dürfte ein Teil des Pendlerverkehrs damit über Gelmer zusätzlich auf die Coermühle ausweichen.

Die BI bleibt bei ihrer Forderung, dass langfristig der gesamte von den angrenzenden Haupteinfallstraßen in die Rieselfelder ein- und in diese abfließende Schleichverkehr durch beidseitige Sperrungen von Straßenabschnitten wirklich effektiv einzudämmen ist, was u. a. auch zusätzliche positive Effekte für die Verkehrsmengen in der Ortschaft Gelmer hätte. Von der BI wurde eine jetzt schon sehr leicht umzusetzende Maßnahme vorgeschlagen, die keine wesentlichen Komfort- und Zeiteinbußen für Verkehrssteilnehmer bedeuten würde: die Sperrung des Hessenweges auf seinem nördlichen Ast für den Durchgangsverkehr und stattdessen eine Umleitung des Verkehrs auf die durch Gittrup führende Kreisstraße zwischen Gimbte und Gelmer. Ebenfalls wäre die von der Verwaltung vorgeschlagenen einseitigen Sperrung der Coermühle in Richtung Norden um eine wenigstens zeitlich befristete Sperrung der Coermühle aus Richtung Norden in den Morgenstunden zu ergänzen, um die Pendlerströme zu begrenzen.

Einen Konfliktpunkt sieht die BI auch in der Ausweisung der Straße „An der Schlüppe“ als Einbahnstraße, da hierdurch der dortige Anlieger zu erheblichen Umwegen gezwungen wird, wenn er sein Haus von Sprakel kommend erreichen will. Eine solche Maßnahme würde – wenn überhaupt – nur zu mäßigen Reduzierungen des Verkehrs in den Rieselfeldern führen.

Parallel zum weiteren Prozess zur Konsensfindung am Runden Tisch fordert die BI die Verwaltung auf, die folgenden flankierenden Maßnahmen zur Entlastung des Schutzgebietes vom MIV sowie zur Verbesserung von Mobilitätsangeboten im Umfeld der Rieselfelder zu prüfen und umzusetzen:

  • Errichtung bzw. Ausbau der Mobilstation „Bahnhof Sprakel“;
  • Errichtung einer Mobilstation „Hessenweg / Schifffahrter Damm“;
  • Ergänzung und Optimierung des ÖPNV-Angebotes im Ortsteil Gelmer und in den Rieselfeldern;
  • Optimierung des Radwegeangebotes im nördlichen Stadtgebiet Münsters.

Die Bürgerinitiative zum Schutz der Rieselfelder sucht weiterhin das Gespräch mit allen Beteiligten des Runden Tisches. Sie sieht aber zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen Konsens, sondern Vorschläge, die weiterhin erheblichen Klärungsbedarf beinhalten. Um im konstruktiven Gespräch zu bleiben, wird die BI noch eine ausführliche Stellungnahme an den Runden Tisch schicken.

Münster, 06.02.2020

Für die BI:

Stephan Bauhus                Bodo Kensmann

Aktueller Stand

Wir setzen uns für ein integriertes nachhaltiges Verkehrskonzept in den Rieselfeldern ein. Dazu gehören insbesondere auch eine Lösung der aktuellen Verkehrsprobleme auf dem Hessenweg, die Vermeidung weiterer Belastungen von Natur und Mensch durch das neue Industriegebiet (DHL-Zentrum, Westfalengas), Bürgerbusse und vieles mehr. Unsere Teilnahme und Einflussnahme am Runden Tisch dient diesem langfristigen Ziel.

Frühstück mit Bürgermeister am 12.07.2019

Am Morgen des 12. Julis trafen sich Mitglieder der BI an der Kreuzung Hessenweg/Coermühle mit dem Oberbürgermeister der Stadt Münster, Herrn Lewe, zu einem Frühstück im Freien. Die BI hatte Herrn Lewe dazu eingeladen, sich ein persönliches Bild von den morgens zur Hauptverkehrszeit in den Rieselfeldern vorherrschenden Verhältnissen zu machen. Auch dieser war beeindruckt, nicht zuletzt auch von der besonders unflätigen Reaktion eines vorbeifahrenden Verkehrsteilnehmers, der daran Anstoss zu nehmen schien, dass er womöglich keine freie Bahn mehr haben sollte. Es entstand eine rege Diskussion über die Verkehrsproblematik aus verschiedenen Perspektiven. Die BI konnte auch ein von ihr in Ansätzen erarbeitetes integriertes Verkehrskonzept vorstellen, welches mittelfristig den Pendlerandrang schon in der Peripherie verringern könnte. Es wurde die Einrichtung eines Runden Tisches angekündigt.

weiteres zum Runden Tisch in der Rubrik „Lokalpresse“

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„Stau in den Rieselfeldern“ am 29.04.2019

Am 29.04.2019 stellten sich Mitglieder der BI morgens zur Hauptdurchfahrtsszeit an die Kreuzung, an welcher sich die Ströme der morgendlichen Pendlerfahrzeuge treffen. Mit einem Schild machten sie auf die Probleme aufmerksam, die sich unweigerlich ergeben, wenn sich endlose Verkehrsströme durch ein nicht dafür vorgesehenes Naturschutzgebiet bewegen. Dabei hielten sie auch das eine oder andere Auto an, befragten die Fahrer nach ihrer Wegstrecke und erzählten von den Problemen, die sich aus der Wahl des Weges ergeben. Die meisten der Autofahrer zeigten Verständnis für die Lage, machten häufig auch auf ihre eigenen Lage aufmerksam und stimmten darin überein, dass verkehrstechnische Alternativen im Sinne von guten Anbindungen durch den öffentlichen Nahverkehr sehr hilfreich und entlastend wären. Begleitet wurde die Aktion durch ein Team des WDR, der davon in einem Beitrag in der „Lokalzeit Münsterland“ berichtete. Im Lokalradio erging eine Staumeldung, in welcher von einem „Verkehrsstau in den Rieselfeldern“ berichtet wurde, den einige Autofahrer angezeigt hatten. Auch hierbei wird ersichtlich, wie selbstverständlich und knapp bemessen an Zeit hier der Weg durch ein europäisches Vogelschutzreservat einkalkuliert wird.

Aktueller Stand

Wir setzen uns für ein integriertes nachhaltiges Verkehrskonzept für die Rieselfelder ein, das auch den Hessenweg, die Coerheide, Bürgerbusse und vieles andere umfasst. Unsere Teilnahme und Einflussnahme am Runden Tisch dient der langfristigen Durchzetzung eines solchen Konzeptes.

Zum Stand des Runden Tisches: Wir setzen uns für ein nachhaltiges Verkehrskonzept für die Rieselfelder ein, das auch den Hessenweg, die Coerheide, Bürgerbusse und vieles andere umfasst. Unsere Teilnahme und Einflussnahme am Runden Tisch dient diesem umfangreichen Konzept.

Presseerklärung vom 24.5.19

Unserer Bürgerinitiative, die sich gleichermaßen um die Belange des Naturschutzes wie der Verkehrssicherheit in dem Europareservat Rieselfelder Münster kümmert, nimmt wie folgt zu den kürzlichen politischen Vorgängen Stellung: Der CDU-Antrag, parallel zur Coermühle einen Fußgänger-/Fahrradweg anzulegen, wurde durch die Bezirksvertretung Nord am 9.5.19 mit der Begründung abgelehnt, dass dem Tierschutz damit nicht geholfen wäre, insofern die Autos noch schneller fahren würden und das Verkehrsaufkommen noch weiter zunehmen würde. Diesen Beschluss begrüßen wir sehr, auch weil einer weiteren Versiegelung von Fläche damit entgegengewirkt wird. Auch die ursprüngliche Absicht der rot-grünen Koalition in der BV-Nord, die von der Verwaltung juristisch zurückgewiesene Zuständigkeit der BV gegen die Stadt einzuklagen, begrüßen wir. Danach war auch die CDU für eine grundsätzliche Klärung der Zuständigkeit der BV hinsichtlich der Verkehrsgestaltung in den Rieselfeldern, hatte aber Vorbehalte, solange die evt. Kostenübernahme bei einem juristischen Verfahren noch ungeklärt war. Nunmehr ist geklärt, dass die Kommune die Verfahrenskosten übernehmen wird. Bleibt noch, dass die CDU nicht mit dem von den Grünen vorgeschlagenen Verwaltungsrechtler einverstanden ist. Wir von der Bürgerinitiative haben bei diesem Gemengelage große Bedenken, dass eine substanzielle Verbesserung der unakzeptablen Verkehrssituation wieder viele Jahre auf sich warten lässt. Deshalb begrüßen wir, dass die SPD-Fraktion im Rat den Antrag auf eine temporäre Sperrung von März bis Juli (Coermühle und Hessenweg), tägliche Durchfahrverbote von 6 – 9 Uhr wie 15 – 18 Uhr und das Installieren von Bodenschwellen eingebracht hat, sehen darin aber nur einen ersten Zwischenschritt auf dem Weg zu einer angemessenen Verkehrslösung im Sinne eines wirksamen Naturschutzes. Wir hoffen, dass alle Fraktionen im Rat wenigstens dieser vorläufigen Zwischenlösung zustimmen werden. Wir erwarten, dass jenseits aller parteipolitischen Erwägungen in diesem auch symbolisch aufgeladenen Konflikt alle Parteien an einem Strang ziehen: Es geht um nichts Geringeres als um einen viel zu lange verschleppten wirksamen Schutz von Mensch und Natur!

Vortrag

Uwe Schütz (Biologische Station): „Die Rieselfeld-Natur und ihre Gefährdung“, Do, 4.4.2019,19 Uhr, Seminarraum der Biologischen Station, Coermühle 100 (hinter dem „Heidekrug“)

In dem Vortrag werden die Merkmale vorgestellt, die die Rieselfelder so einzigartig machen und gleichzeitig die Gefährdungen aufgezeigt, die der Rieselfeld-Natur zusetzen. Neben der herausragenden Stellung der Rieselfelder als binnenländisches Rastgebiet für Zugvögel und auch als wertvolles Brutgebiet für feuchtgebietstypische Vogelarten, haben sich die Rieselfelder in den vergangenen Jahrzehnten zu einem wichtigen Lebensraum für Amphibien und Reptilien entwickelt. Gefährdet wird dies zunehmend durch den Verkehr und durch den Erholungsdruck. Es wird aber auch aufgezeigt welche Möglichkeiten es gibt, der Gefährdung entgegenzuwirken.

Schilder montiert

Bei strahlendem Sonnenschein und unter den Augen zahlreicher wohlgesonnener Besucher der Rieselfeldern stellten Mitglieder der Bürgerinitiative zum Schutz der Rieselfelder am letzten Sonntag an der Coermühle und dem Hessenweg selbst gemalte Schilder auf.

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