Aktueller Stand

Wir setzen uns für ein integriertes nachhaltiges Verkehrskonzept in den Rieselfeldern ein. Dazu gehören insbesondere auch eine Lösung der aktuellen Verkehrsprobleme auf dem Hessenweg, die Vermeidung weiterer Belastungen von Natur und Mensch durch das neue Industriegebiet (DHL-Zentrum, Westfalengas), Bürgerbusse und vieles mehr. Unsere Teilnahme und Einflussnahme am Runden Tisch dient diesem langfristigen Ziel.

Presseerklärung vom 24.5.19

Unserer Bürgerinitiative, die sich gleichermaßen um die Belange des Naturschutzes wie der Verkehrssicherheit in dem Europareservat Rieselfelder Münster kümmert, nimmt wie folgt zu den kürzlichen politischen Vorgängen Stellung: Der CDU-Antrag, parallel zur Coermühle einen Fußgänger-/Fahrradweg anzulegen, wurde durch die Bezirksvertretung Nord am 9.5.19 mit der Begründung abgelehnt, dass dem Tierschutz damit nicht geholfen wäre, insofern die Autos noch schneller fahren würden und das Verkehrsaufkommen noch weiter zunehmen würde. Diesen Beschluss begrüßen wir sehr, auch weil einer weiteren Versiegelung von Fläche damit entgegengewirkt wird. Auch die ursprüngliche Absicht der rot-grünen Koalition in der BV-Nord, die von der Verwaltung juristisch zurückgewiesene Zuständigkeit der BV gegen die Stadt einzuklagen, begrüßen wir. Danach war auch die CDU für eine grundsätzliche Klärung der Zuständigkeit der BV hinsichtlich der Verkehrsgestaltung in den Rieselfeldern, hatte aber Vorbehalte, solange die evt. Kostenübernahme bei einem juristischen Verfahren noch ungeklärt war. Nunmehr ist geklärt, dass die Kommune die Verfahrenskosten übernehmen wird. Bleibt noch, dass die CDU nicht mit dem von den Grünen vorgeschlagenen Verwaltungsrechtler einverstanden ist. Wir von der Bürgerinitiative haben bei diesem Gemengelage große Bedenken, dass eine substanzielle Verbesserung der unakzeptablen Verkehrssituation wieder viele Jahre auf sich warten lässt. Deshalb begrüßen wir, dass die SPD-Fraktion im Rat den Antrag auf eine temporäre Sperrung von März bis Juli (Coermühle und Hessenweg), tägliche Durchfahrverbote von 6 – 9 Uhr wie 15 – 18 Uhr und das Installieren von Bodenschwellen eingebracht hat, sehen darin aber nur einen ersten Zwischenschritt auf dem Weg zu einer angemessenen Verkehrslösung im Sinne eines wirksamen Naturschutzes. Wir hoffen, dass alle Fraktionen im Rat wenigstens dieser vorläufigen Zwischenlösung zustimmen werden. Wir erwarten, dass jenseits aller parteipolitischen Erwägungen in diesem auch symbolisch aufgeladenen Konflikt alle Parteien an einem Strang ziehen: Es geht um nichts Geringeres als um einen viel zu lange verschleppten wirksamen Schutz von Mensch und Natur!

Vortrag

Uwe Schütz (Biologische Station): „Die Rieselfeld-Natur und ihre Gefährdung“, Do, 4.4.2019,19 Uhr, Seminarraum der Biologischen Station, Coermühle 100 (hinter dem „Heidekrug“)

In dem Vortrag werden die Merkmale vorgestellt, die die Rieselfelder so einzigartig machen und gleichzeitig die Gefährdungen aufgezeigt, die der Rieselfeld-Natur zusetzen. Neben der herausragenden Stellung der Rieselfelder als binnenländisches Rastgebiet für Zugvögel und auch als wertvolles Brutgebiet für feuchtgebietstypische Vogelarten, haben sich die Rieselfelder in den vergangenen Jahrzehnten zu einem wichtigen Lebensraum für Amphibien und Reptilien entwickelt. Gefährdet wird dies zunehmend durch den Verkehr und durch den Erholungsdruck. Es wird aber auch aufgezeigt welche Möglichkeiten es gibt, der Gefährdung entgegenzuwirken.

Schilder montiert

Bei strahlendem Sonnenschein und unter den Augen zahlreicher wohlgesonnener Besucher der Rieselfeldern stellten Mitglieder der Bürgerinitiative zum Schutz der Rieselfelder am letzten Sonntag an der Coermühle und dem Hessenweg selbst gemalte Schilder auf.

Wichtig! Sitzung der BV Nord: Di, 19.3.19, 17 Uhr, Agora des Bürgerhauses in Kinderhaus: Coermühle als Anliegerstraße

Auf Initiative von SPD und Grünen hatte die Bezirksvertretung Nord im November 2018 – gegen die Stimmen der CDU und bei einer Enthaltung – dafür gestimmt, die Coermühle als Anliegerstraße auszuweisen. Dagegen gab es Widerstand durch die BV Ost. Bezweifelt wurde, ob ausschließlich die BV Nord für die Coermühle zuständig sei. Ist nur der Rat der Stadt Münster in dieser Angelegenheit entscheidungsbefugt? Es dürfte wohl weiteren juristischen Klärungsbedarf geben. Wir erwarten dringend Informationen zu dieser Angelegenheit: Die nächste Sitzung der Bezirksvertretung Münster-Nord findet am nächsten Dienstag, 19.03. 2019 um 17:00 Uhr in der Agora des Bürgerhauses in Kinderhaus statt. Bei dieser Sitzung steht als erster Punkt auf der Tagesordnung ein mündlicher Bericht von der Stadtverwaltung über „die Verkehrssituation in den Rieselfeldern- Einrichten einer Anliegerstraße auf der Coermühle – aktueller Sachstand“. Diese Sitzung ist öffentlich, es gibt aber für die Zuschauer kein Rederecht.

„Es ist ja nur ein Tier…“

Hier wurde gerast. Gewiss, es kann auch bei 50 Km/h passieren. Aber wenn wenigstens die vorgeschriebenen 50 km/h eingehalten würden – was auf der Coermühle und dem Hessenweg in der Regel eben nicht geschieht – wäre es schon weniger wahrscheinlich! Und sehr unwahrscheinlich, dass bei 30 km/h der Bremsweg nicht ausreichen würde! Ja, so einfach ist das! Aber viele wollen es nicht so genau wissen… Damit man uns nicht Panikmache oder Sensationslust vorwirft, aber auch aus Respekt vor diesem Tier, hier eines der harmloseren Bilder von der toten Graugans.

Integriertes Verkehrs-konzept für die Rieselfelder

Ein Personenkreis in unsere Bürgerinitiative beschäftigt sich ab jetzt mit einem Integrierten Verkehrskonzept für die Rieselfelder. Die folgende Darstellung dient zur ersten Übersicht und Orientierung über die momentane Situation. Uns geht es nicht darum der Verwaltung oder der Politik die Arbeit abzunehmen, sondern – die im wahrsten Wortsinne verfahrene Verkehrslage vor Augen – gute Argumente in die Öffentlichkeit zu bringen.

Nächste Versammlung der BI

Unser nächstes Treffen findet statt am 28.2.2019, 19 Uhr, Seminarraum der Biologischen Station, Coermühle 100 (hinter dem Heidekrug).

Eingeladen sind alle, die unser Anliegen teilen und unsere Ziele unterstützen.

Leserbrief Februar 2019: Zum Hessenweg

Leserbrief zu einer fragwürdigen Verkehrszählung an die Redaktion der Grevener Zeitung

Leserbrief an redaktion.gre@zeitungsgruppe.ms; Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte gerne eine Gegendarstellung zu Ihrem heutigen Bericht über die Tempo-Messungen in Gimbte verfassen. Wir sind Anwohner im Hessenweg und direkt von der aktuell steigenden Verkehrsbelastung in Richtung Münster/Naturschutzgebiet Rieselfelder betroffen. Leider ist Herr Kintrup kein hilfreicher Ansprechpartner im Grevener Rathaus und auch die Polizei, die in letzter Vergangenheit einige Fahrradunfälle mit Autos aufnehmen musste, kann uns aus Personalmangel keine Unterstützung bieten (wobei die Polizisten vor Ort bei Aufnahme der Unfälle auch sprachlos über die rücksichtslose Fahrweise der KFZ-Fahrer waren). Wir haben bereits in 2017 bei Herrn Kintrup ein Verkehrsdisplay zur Zählung und Messung des KFZ-Verkehrs beantragt. Leider passierte nichts – bis dann das Projekt „Verkehrsberuhigung“ während der DIEK-Messe in Gimbte vorgestellt wurde und unser Kummer mit dem zuständigen Mitarbeiter im Rathaus der stellvertretenden Bürgermeisterin mitgeteilt wurde. Komischerweise wurde ohne Vorankündigung 10 Tage später das Display bei uns vor der Haustür installiert. Schade war nur, dass zu diesem Zeitpunkt die Sprakeler Straße aufgrund der Fahrradweg-Baurabeiten gesperrt war und sowieso „Verkehrsberuhigte Zone“ im Hessenweg herrschte. Wir haben bei der nächsten Ratssitzung die Messungen sofort beanstandet und genau diese werden nun in ihrem heutigen Bericht zitiert. Werden wir Bürger denn für blöd verkauft?? Das Instrustriegebiet Münster Nord wird immer weiter ausgebaut – nicht umsonst hat sich eine Bürgerinitiative Rieselfelder neu gegründet, um der ansteigenden Verkehrsbelastung entgegenzutreten. Wie kann man Messungen aus der Grevener Stadt mit der Zuwegung zu einem Europäischen Vogelschutzgebiet vergleichen? Die Straße ist so schmal, dass neben einem Auto kaum Platz für einen Fahrradfahrer bzw. Spaziergänger ist. Die mittlerweile regelmäßig durchfahrenden Fernverkehr-LKWs nehmen das Durchfahrtsverbot auch nicht Ernst. Der Hessenweg ist als Schulweg für unsere Kinder, Spaziergänger, Radfahrer, Reiter und Naturliebhaber lebensgefährlich! Warum kann die Politik nicht mutig sein und auf Verkehrsberuhigung und Naturschutz setzen? Gerne stehe ich Ihnen für Rückfragen zur Verfügung! Die Anwohner des Hessenwegs werden einen gemeinsamen Leserbrief unterstützen, ebenfalls die Bürgerinitiative Rieselfelder und zahlreiche Gimbter Bürger. Ich freue mich von Ihnen zu hören, Nora Schmitz Tel.: 0172-2872015

Unser Kommentar: Das geschilderte Vorgehen erinnert an die aktuelle Politik um die Dieselgrenzwerte: Der Lungenfacharzt Köhler setzt medienwirksam die Behauptung in die Welt, dass die EU-Grenzwerte nicht wissenschaftlich fundiert und zu niedrig seien. Bundesverkehrsminister Scheuer und Lindner (FDP) greifen das begierig auf und fordern Konsequenzen, die Fahrverbote in den Städten verhindern können. Köhler gehört mit den Unterzeichnern seines Aufrufs zu einer Minderheit von 130 Personen (einschließlich Nicht-Lungenärzten) von insgesamt 3800 angeschriebenen Lungenärzten. Viele Fachwissenschaftler haben Köhler auch mit Verweis auf neue Forschungsergebnisse entschieden widersprochen. Köhler selbst hat zu der Thematik keine wissen-schaftlichen Studien vorgelegt. Und Köhler hat nachweislich falsch gerechnet (siehe: „taz.de/koehler-stickoxid“ und „taz.de/koehler-feinstaub“! Macht aber nichts: Er bleibt ebenso wie Scheuer bei seiner Behauptung, dass die Grenzwerte zu niedrig seien. Der Trick: Man geht von falschen Voraussetzungen aus und setzt ideologisch passende Behauptungen in die Welt, nach dem Motto: „Es wird schon etwas hängen bleiben“. Ein Schelm, wer denkt, es handele sich um eine vorab abgesprochene Aktion!